Stefan-Reinhard Becker-Schmitz

Künstler

Stefan-Reinhard Becker-Schmitz, Duisburg
Golden Tube

Es ist keine leichte Aufgabe, die extrem heterogene Arbeit von Becker Schmitz in wenigen Sätzen zu charakterisieren. Zunächst lässt sich nicht eindeutig klären, ob der im Ruhrgebiet lebende Künstler in die Schublade „Malerei“, „Installation“ oder „ortsspezifische Intervention“ unterzubringen wäre. Mit sichtbarem Vergnügen hüpft er nämlich von einem Genre zum nächsten und verweigert sich eindimensionalen, einengenden Kategorisierungen. Jedoch sind die verschiedenen Bestandteile seines proteischen Werks von der gleichen Energie belebt, von einer auffälligen Bereitschaft zur kraftvollen Ausdehnung in den Raum. 

Wenn er malt, schafft Becker Schmitz halluzinatorische Bilder voller gespenstischer Schönheit, Bilder mit giftig-grellen Farben vor trüben, düsteren Hintergründen, Bilder mit wuchtiger Materialität und fast plastischer Textur, deren archetypischen Malereignis und stimmungsvoller Narrativität oszillieren. Stets bleibt es unklar, ob die Motive sich aus dem Malgrund entwickeln oder, im Gegenteil, ob sie die Träger von Oberflächeneffekte sind.

Wenn er mit plastischen Mitteln arbeitet, behandelt Becker Schmitz den Raum auf eigentümlicher Weise. Mit einfachsten Materialien – gefundene Holzlatten, Klebeband –, baut er dynamische Strukturen, die er zwischen Wänden und Decken einklemmt, oder aber er füllt den Saal mit aufblasbaren, sperrigen Modulen, die zu einer Überprüfung der klassischen Raumwahrnehmung zwingen. Seine minimalen aber obsessiven Setzungen greifen auf eine invasive Strategie zurück, die die Eigenschaften des Raumes gleichzeitig unterstreicht und – weil sie so penetrant sind – zum verschwinden bringt.  

Text: Emmanuel Mir 2014

 

CV: 

Becker Schmitz, geboren 1980, studierte Malerei und interdisziplinäre Kunst an der freien Akademie der bildenden Künste, Essen. Abschluss als Meisterschüler.