Naomi Lawrence

Künstler

Naomi Lawrence, München
Gay Propaganda

Die Ausstellung Gay Propaganda wurde das erste Mal im Februar 2014 zeitgleich in Kiew und München ausgestellt. Sie wurde von der Initiative 'Munich Kiew Queer' organisiert und durchgeführt. Aus Angst vor Übergriffen, konnten in Kiew allerdings nur Drucke gezeigt werden.
Der Titel ist natürlich eine Anspielung auf Russland's Gesetze zur Verhinderung von homosexueller Propaganda'. Die Bilder sind eine Reaktion darauf und versuchen trotz der bedrohlichen Lage einen hintergründigen und humorvollen Blick auf das Thema zu eröffnen.

Gay Propaganda – Wie schwul ist Batman?
„Was uns vertraut ist, können wir akzeptieren, weil wir es kennen. Was uns fremd ist, kann uns Angst machen. Deshalb lehnen wir es ab. Das ist die Idee, die hinter dem Konzept der Ausstellung Gay Propaganda steht.
Viele der Charaktere, die ich für meine Bilder als Vorbilder herangezogen habe, sind uns noch aus Kindertagen präsent. Sie sind wie alte Bekannte. Wir haben ihre Eigenarten akzeptiert, mögen sie vielleicht gerade deswegen. Die Helden unserer Kindheit haben ihre Besonderheiten, die bestimmte Rollenbilder sprengen. Das stört uns aber nicht, denn wir mögen sie in der Gesamtheit ihrer Eigenschaften.
Für die Ausstellung Gay Propaganda habe ich Protagonisten aus Cartoons und Comics gewählt, von denen ich glaube, dass sie im wahren Leben große Schwierigkeiten hätten, so zu sein wie sie sind und wie wir sie eigentlich lieben. Bestimmt hätten sie unter gesellschaftlicher Ausgrenzung zu leiden oder würden vielleicht sogar per Gesetz verfolgt.
Um das zu verdeutlichen, habe ich, so weit möglich, den Ausdruck und die Haltung der Originalfiguren übernommen, sie aber in einen Kontext gesetzt, der neue Assoziationen ermöglicht. Wenn Fußballer nach einem geschossenen Tor freudig übereinander herfallen und aufeinander liegen wie die Schichten eines Sandwiches, findet das niemand anstößig. Wenn ich den Zusammenhang ändere und sage: ‚Diese Fußballer sind schwul‘, wird dieselbe Handlung vollkommen anders bewertet.
Für Gay Propaganda schien es mir angemessen, mein Logo 'Naomi' in 'NoLaw' umzubenennen. Natürlich ändert das nichts oder doch? Jedenfalls muss ich jedesmal lächeln, wenn ich mein neues Signet sehe. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.“

MunichKievQueer
Munich Kiev Queer, eine aus ukrainischen und Münchner LGBT-Aktivist*innen bestehende Gruppierung, setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in der Ukraine, aber auch in Deutschland ein. Mit politischen Aktionen und Kulturprojekten macht sie auf die Menschenrechtslage speziell in der Ukraine aufmerksam. Ein fachwissenschaftlicher Austausch dient der Wissensvermittlung und dem Community-Building in der Ukraine. KyivPride und CSD München sind eine eigene Partnerschaft eingegangen. Die Landeshauptstadt unterstützt die Pride- und Szenekooperation auf höchster Ebene.

CV: 

„Ich glaube an das Gute im Menschen. Ich glaube aber auch, dass es viel Unterstützung braucht.“

Geboren 1966 in München
Von 1987 bis 1992 Studium der Kunsterziehung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München
Arbeitet seit 1996 als freischaffende Künstlerin in München
Von 1999 bis 2014 regelmäßige Ausstellungen im In- und Ausland

Ausdrucksstark und farbenfroh mit prägnanten Formen und Figuren; dazwischen immer wieder Sätze, einzelne Worte. In Naomi Lawrences Kunst verschwimmen die Grenzen zwischen Malerei und Comic.
Naomis Bilder mit ihren meist positiven Botschaften sind Ausdruck einer positiven Lebenseinstellung und der Überzeugung, dass sich die Dinge zum Besseren wenden lassen. Deshalb stellt sie am liebsten an Orten aus, die etwas Gutes im Sinn haben.